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Rundbrief Dezember 2010

“Gott hat an allen Dingen genug, nur allein die Berührung der Seele wird ihm nie
genug.”                                      
 Mechthild v. Magdeburg

Verehrtes Mitglied, die Tage, die Jahre vergehen..... Wenn wir zurückschauen in das vergehende Jahr - können wir nur danken - für alles was wir wieder im Blick auf HELFTA erleben durften.
Heute schauen wir auf die zweite Jahreshälfte 2010

1. September 2010
Besuch der Benediktinerinnen von Kloster Au unweit von Maria Einsiedeln/Schweiz. Auch hier gab es früher eine große Gertrudverehrung. Das bezeugt auch ein sehr schönes Gertrudbild aus der alten Zeit, das uns Priorin Benedikta Häller aus der Klausur herbeibringt. Das Frauenkloster in der Au ist noch in einer besonderen Weise mit Helfta verbunden. Die hl. Mechthild von Magdeburg hat ihr Buch “Das fließende Licht der Gottheit” in Kloster Helfta abgeschlossen. Es ist eines der bedeutendsten Bücher der Mystik, aber auch wegen seiner althochdeutschen Sprache von großer Bedeutung (wer Germanistik studiert, muss sich mit ihm beschäftigen). Durch die Initiative des Weltpriesters Heinrich von Nördlingen entstand aus dem Originaldialekt um 1344 in Basel eine Übersetzung ins Alemannische. Nur mehr ein einziges Exemplar davon ist erhalten und kam in das Benediktinerinnenkloster Au/Schweiz (heute wird dieses Original aufbewahrt in der Klosterbibliothek des Benediktinerklosters in Maria Einsiedeln/Schweiz.


2. Papst Benedikt der XVI. macht uns allen ein großes Geschenk
Am 29.September und am 6.Oktober 2010 stellt er in den Mittwochaudienzen auf dem Petersplatz in zwei Katechesen die hl. Mechthild v. Hackeborn und die hl. Gertrud v. Helfta Zehntausenden von Pilgern und der Weltöffentlichkeit vor. Aus seinen Worten ist klar abzulesen, wie sehr er die hl. Gertrud die Große schätzt und sie als Glaubenslehrerin für die heutige Zeit empfiehlt.
Auch wenn unser Wunsch, die Kirche möge offiziell Gertrud von Helfta zur Kirchenlehrerin erklären noch nicht erfüllt ist - vom Inhalt her hat Papst Benedikt diese Realität in seiner Katechese ausgesprochen.
Die Texte sind über das Internet kostenlos abrufbar:

http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/audiences/2010/documents/hf_ben-xvi_aud_20100929_ge.html
sowie http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/audiences/2010/documents/hf_ben-xvi_aud_20101006_ge.html
Auch bei http://www.zenit.org/article-21474?l=german
sowie  http://www.zenit.org/article-21522?l=german


3. Oktober 2010
Im Oktober wartet eine besondere Überraschung auf mich. Mit großer Freude hatte ich angekündigt, dass aus der Erzdiözese Freiburg eine Männergruppe (vom Männerwerk Freiburg) nach Helfta käme um in der Gerturdkapelle für eine Woche ANBETUNG zu halten. Einige Tage vor dem Beginn dieser Anbetungswoche erhielt ich die Nachricht, dass der Präses des Männerwerkes Pfr. Robert Henrich, der die Gebetsgruppe begleiten wollte, mit dem Fahrrad schwer gestürzt ist und im Krankenhaus liegt. Ich wurde gebeten, ob ich ihn in Helfta vertreten könnte. Ich konnte zusagen. Diese gemeinsamen Tage in Helfta wurden mir ein großes Erlebnis. Ich war beeindruckt! Noch nie habe ich kath. Männer erlebt, die mit beiden Beinen im Leben stehen - ihre Verantwortung in Familie, Beruf und Gesellschaft wahrnehmen und zugleich beherzt und leidenschaftlich beten. Tag und Nacht ANBETUNG aus Liebe zum HERRN und seiner Kirche. Stunden des Gebetes für unser Deutschland. Möge diese Pionierarbeit - zum Beispiel für andere werden - und damit zu einer Hoffnung für unsere schwierige Zeit.
 

4. Tage in Kloster St. Marien zu Helfta
a)   Am 17. November wurde das GERTRUDSFEST begangen. In diesem Jahr war es für
     das Kloster ein besonders herausragender Tag. Sr. M. Gertrud Striegl O.Cist. hatte ihren
     Namenstag bewußt ausgewählt um an ihm ihre “feierliche Profess” abzulegen. Mit dem
     Ordensgelöbnis verbindet sich die Verpflichtung, dem Kloster in Helfta treu zu bleiben.
     Der Festgottesdienst mit der feierlichen Profess erhielt eine besondere Auszeichnung
     durch die Anwesenheit des neuen Generalabtes der Zisterzienser aus Rom Don Mauro
     Guiseppe Lepori. Dieser war erst im September in sein neues Amt gekommen. Zuvor war
     er Abt der Abtei Hauterive bei Fribourg/Schweiz gewesen (der neue Generalabt ist
     gebürtiger Schweizer und stammt aus dem italienisch sprechenden Kanton Tessin).

Sr.Gertrud

Sr. M. Gertrud mit Priorin Sr. M. Agnes Fabianek
 

b)   Auch der darauffolgende Tag, der 18.11. war für Kloster Helfta von großer Bedeutung.
    Sr. M. Agnes Fabianek aus Gwiggen/Österreich hatte nach dem Tod von Äbtissin M.
    Assumpta Schenkl die Klostergemeinschaft von Helfta kommissarisch geleitet. Nun stand
    die Neuwahl der Vorsteherin im Konvent an: Sr. M. Agnes Fabianek wurde nun in dieses
    Amt gewählt. Im Namen des Initiativkreises gratulieren wir Sr. M. Agnes sehr herzlich zu
    dieser Wahl. Wir wünschen ihr Freude in diesem Amt und an ihrer Aufgabe, die Gnade,
    dass sie den Helftaer Konvent gut durch die Wirrnisse der Zeit führen kann und viel
    SEGEN von Helfta ausgeht.

    Gerne sagen wir ihr Unterstützung durch unseren Verein zu.

c)   Begegnung in Halle/Saale:
    Sr. Gisela Schönfelder (Klinik St. Elisabeth) hatte - für uns - die Cursillistinnen aus der
    Gegend eingeladen (sie kommen monatlich zum Gebet und zum Gedankenaustausch zu-
    sammen).Es waren frohe, interessante Stunden. Im Land Sachen-Anhalt / Diözese
    Magdeburg gibt es etwa 15% ev. Christen und 4% kath. Christen. Die große Mehrheit der
    Menschen lebt ein Leben ohne Glauben.
    Wie kann man da als kath. Christ leben und dabei missionarisch wirken? Unser Beispiel,
    unser Leben muß überzeugend sein. Wir müssen einladend wirken, wenn wir den Glauben
    weitergeben wollen.

    Ein Kirchenvater aus dem 3.Jh. wird zitiert, der auf die Frage, wie jemand Christ werden
    könnte geantwortet hat: “Ich nehme ihn ein Jahr als Gast in mein Haus auf.” Wie
    aktuell und nötig ist diese Einstellung.
    Ein beeindruckendes Erlebnis aus dem Umfeld wird erzählt. In Halle/Nord fand heuer eine
    Primiz statt. Der Primiziant erzählt. “Ich war einer aus der großen Zahl der Glaubenslosen.
    In meiner Schulklasse waren einige kath. Mitschüler. Ich fragte sie:”Was macht ihr im
    Religionsunterricht?” Sie antworteten:“Komm und sieh.” Ich kam in den Religionsunterricht.
    Er war sehr interessant. Ich nahm an den weiteren Stunden teil. Ich kam zum Glauben. Ich
    lies mich taufen, empfing die hl. Sakramente, wurde kath. Christ. Wie ich zum Priestertum
    kam? Als ich das erstemal an der hl. Messe teilnahm und den Priester erlebte, war es mir
    klar: Das ist es. Was der Priester tut, das will ich auch tun. Das mache ich! Und ich machte
    mich auf diesen Weg zum Priestertum....Dann erlebte ich - in den Jahren meines Studiums -
    ein “offenes Pfarrhaus”, einen Pfarrer, zu dem man immer kommen konnte. Das ist es. Und
    mir wurde klar - mit einer solchen Einstellung möchte ich als Priester den Menschen be-
    gegnen.”

d)   Vom 19. bis 21.November hielt “Kirche in Not” in Helfta eine Tagung ab.
    Thema: “Die drei hl. Frauen von Helfta und ihre Botschaft für unsere Zeit.” Für diese
    Tagung bestand großes Interesse. 120 waren gekommen. Vielen musste abgesagt werden.
    “Kirche in Not” hatte ein sehr intensives Programm zusammengestellt. P.Prof. Dr. Bernhard
    Vosicky O. Cist. vom Kloster Heiligenkreuz bei Wien stellte in mehreren Vorträgen die hl.
    Frauen von Helfta vor. Auch agierte er als sehr gefragter Beichtvater. “Kirche in Not” bat
    mich als authentischer Zeuge mitzuwirken. Meine 20 Jahre Erfahrung mit Helfta war gefragt.
    In zwei Lichtbildervorträgen “Auferstanden aus Ruinen” und “Auf den Spuren der hl.
    Gertrud in Lateinamerika”
konnte ich die Tagung bereichern. Auch hatte ich die
    Möglichkeit drei Predigten zu halten. Die hl. Elisabeth von Thüringen und Helfta; 
    Christkönigsfest; und Kirchweihtag von Kloster Helfta (11.Jahrestag der Wiedereröffnung
    der Abteikirche). Einen geistlichen Impuls über den ANGELUS plus Kniebeuge musste ich
    wiederholen. Eine Führung - mit Erklärungen aus der Anfangszeit waren ebenfalls im
    Programm.


5. Einladung zur Jahreshauptversammlung 2011
    Schon heute möchten wir Sie zur Jahreshauptversammlung herzlich einladen. Sie findet am
    Sonntag, den 20. Febr. 2011 in Durach statt. Ort: Seniorenzentrum am Leitenacker 9.
   Verlauf: 10.45 Uhr Hl. Messe in der Kapelle des Seniorenheimes. 12.00 Uhr Mittagessen
   (wer daran teilnehmen möchte, sollte sich bis 10.2. 2011 anmelden).

   Jahreshauptversammlung:
   Beginn 13.00 Uhr
   
1. Begrüßung
   2. Tätigkeitsbericht (Pfr. Hochenauer)
   3. Kassenbericht (Lydia Bareth)
   4. Entlastung
   5. Neuwahlen
   6. Verschiedenes
   7. Vortrag “Kloster Helfta - und die Aktivitäten unseres Vereins”


6. Angeote
   Bücher für den Weihnachtstisch. Überlegen Síe, ob nicht eines der Bücher aus unserem
   Angebot in Frage käme? Es sind Hilfen zum “inneren Wachstum.”
   ---> siehe auf unserer Homepage unter Medien/Literatur
   Die meisten Bücher können Sie über unsere Adresse bestellen.

Ich danke Ihnen für alle Unterstützung, grüße Sie herzlich und wünsche Ihnen
gnadenreiche Tage der ADVENTS - und WEIHNACHTSZEIT und einen guten
Übergang ins NEUE JAHR 2011.

Ihr Pfr. Josef Hochenauer