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Geschichte des Vereins.
Die Abenteuer Gottes sind spannend. Nie hätte ich gedacht, was auf mich zu - kommt, als mich der Bürgermeister von Vöhringen/Iller E.J. Geßner - der Stadt in der ich Pfarrer war - nach der Wende zur Mitfahrt in die neue Partnerstadt Hettstedt/Sachsen-Anhalt einlud.
Helfta war mir zu dieser Zeit unbekannt und deren Heiligen nicht weniger. Der kath. Pfarrer von Hettstedt brachte uns nach Helfta. Mein Erstaunen war groß als ich vor der Kirchenruine in Helfta stand. Eine furchtbare Zerstörung -und doch “wie ein wunderbarer Duft einer überwältigenden christlichen Vergangenheit.” Ich erkannte: Dieses Stück Erde ist ein “heiliger Boden”, eine unschätzbare Kostbarkeit des Ostens für Deutschland und die ganze Christenheit.
Dieses Erlebnis ließ mich nicht mehr los -ein unwiderstehlicher Ruf. Eine Erkenntnis ,die zur Tat drängte. Wer jetzt den “kairos” nicht nützt macht sich schuldig.
So kam zu meinen Verpflichtungen, in denen ich als Pfarrer stand, ein neuer dringlicher Auftrag. Die 14 Stunden Fahrten (Vöhringen - Helfta - Vöhringen) wurden zur Routine.
Am 24.Febr.1992 gründete ich den Initiativkreis Kloster Helfta e.V. Das klare Ziel war schon im Namen ausgedrückt: “RAUM SCHAFFEN FÜR DAS LICHT”. Dies wurde und blieb unser Programm. Es geht um ein geistliches Werk. Von Anfang an erkannten wir: Wir sind nicht berufen nur alte Gebäude zu sanieren, neue zu planen und zu bauen oder um Spenden zu betteln, so notwendig dies ist. Hand in Hand muß ein geistlicher Aufbau gehen . Ein Vorwärtskommen gibt es hier nur durch Glaube, Gebet und Einsatz. Diese Erfahrung begleitete uns die folgenden Jahre.
Nur so konnten wir auch das Entscheidende für das Wiedererstehen dieses großen heiligen Ortes bewirken:
1. Es war eine Zeit des Ringens um Schritte, die dem großen Ziel dienen sollten.
Der Erhalt eines Denkmals - für manche die Idee - war zu wenig. Am 7./8. Januar 1993 konnte ich erreichen, dass die vorgesehene Planung , die nur das “Denkmal” im Auge hatte, total geändert wurde: Statt dem Erhalt der Kirchenruine ( mit einem textilen Dach) wurde zugestimmt sie als Gotteshaus auszubauen. Das war ein Meilenstein.
2. Erwerb des Klosterareals. Ich war beauftragt die Verhandlungen zu führen. So konnte ich trotz enormer Widerstände am 8.August 1994 den Kaufabschluß erzielen. Für 1,5 Mio. Mark ging an diesem Tag das Klosterareal Helfta in den Besitz der Diözese Magdeburg über. Dies war ein zweiter Meilenstein.
3. Spendensammeln. “Wo die Pferde versagen, schaffen es die Esel”. Joh. XXIII.
Für den Erwerb und den Wiederaufbau des Klosters waren keine Geldmittel in Sicht.
In ganz Deutschland machte allein der Initiativkreis auf das - bis dato unbekannte - Projekt Helfta aufmerksam und bat um Spenden. Es gelang mir viele Menschen für dieses Werk zu motivieren. Natürlich ließen mich auch manche im Stich, auf die ich große Hoffnungen gesetzt hatte. So wird es immer sein. Immerhin - in relativ kurzer Zeit brachte der Initiativkreis 750.000.- Mark zusammen, die Hälfte der für den Erwerb nötigen Summe. Wir haben weiter mehr als 3 Millionen Mark für Helfta gesammelt. Das vergessene Helfta wurde zu einem gemeinsamen Aufbauwerk der Basis unserer Kirche.
4. Gott nahm wieder Wohnung in Helfta.
In Absprache mit dem zuständigen Bischofsamt Magdeburg konnte ich am 1.Sept. 1994 den ersten Glaubenskurs für Männer initieren. Bei dieser Gelegenheit wurde nach Jahrhunderten das “Ewige Licht” in Helfta wieder entzündet.
5. Schwestern für Helfta.
Was nützt das Klosterareal ohne Schwestern? Es gibt allzu viele Orte in unserem Land, die nur aus Werbegründen den Namen “Kloster” tragen, aber längst tot sind. Wir suchten intensiv nach Schwestern.
Nach einem Gespräch in Seligenthal (Landshut) am 4.Nov.1994 brachten wir Äbtissin M. Assumpta zum Fest der hl. Gertrud 1994 mit nach Eisleben/Helfta. Bischof Leo Nowak sagte am Abend in der Pfarrkirche zu Eisleben ,als er die Cistercienserin erlebte, ein prophetisches Wort: “dies ist eine geschichtliche Stunde”. Diese erfüllte sich dann im Jahre 1999 im Kommen dieser Ordensfrau mit ihren Schwestern nach Helfta.
Anläßlich seines Firmbesuches in Durach/Allgäu sagte Bischof Leo Nowak von Magdeburg am 6.Juni 1999 vor einer großen Öffentlichkeit: “Ohne das große Engagement von Pfr. Hochenauer hätte ich nicht gewagt an den Wiederaufbau von Helfta zu denken.”
Kloster Helfta lebt. Ein Geschenk der Gnade zu Beginn des neuen Jahrtausends. Ein Ort an dem Gott die Menschen sucht und sich finden lassen will.
Ein neues Kapitel der Geschichte Helftas ist aufgeschlagen.
Die Verantwortung unseres Initiativkreises hat sich verändert, aber bleibt nötig.
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